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Synchrotrainingslager unter der Sonne Nordafrikas
In der ersten Woche der Herbstferien fuhren 13 aktive Synchronschwimmerinnen des Hessischen Schwimmverbandes zu einem Trainingslager auf die Kanareninsel Lanzarote. Unter der Sonne Nordafrikas konnten die jungen Damen im Sportclub "La Santa" eine Woche traumhafte Bedingungen für die Vorbereitung auf die kommende Wettkampfsaison genießen. Die Gruppe wurde von mir, Sebastian und einem Elternpaar begleitet und die Aktiven trainierten zweimal am Tag zwei Stunden im 50m Olympic Pool der Sportanlage. Das gesamte Trainingsprogramm umfasste Inhalte, wie Ausdauer, Schnelligkeit, Schwimmtechnik in den Disziplinen Brust, Kraul, Rücken und Delfin, und natürlich synchrospezifische Technikteile, wie Pflichtübungen, Synchronschwimmbahnen und Kürelemente. In den 12 Trainingseinheiten, die unsere Schwimmerinnen in der Woche absolvierten, war alles enthalten, was eine Synchronschwimmerin in der Aufbauphase unserer Jahresperiodisierung braucht. Training unter südlicher Sonne, in einem super Outdoor-Pool mit hervorragenden Trainingsbedingungen - wer das einmal genossen hat, der weiß, wovon ich rede. Die Trainer hatten eine Woche lang voll motivierte Schwimmerinnen zur Verfügung. Hier stimmte einfach alles. Die Aktiven waren in Viererappartements untergebracht und wir hatten unseren Aufenthalt mit Frühstück und Halbpension gebucht. Für das Mittagessen war jeder selbst verantwortlich und das klappte auch hervorragend. Viele verpflegten sich kalt aus dem Supermarkt in der Anlage, einige erprobten ihre Kochkünste mit Nudeln und Soßen und wer noch etwas anspruchsvoller war, der konnte sich an der Bar am Freizeitpool mit leckeren Pizzen, Toasts und Salaten verwöhnen lassen. Auch die mitgereisten Eltern waren von der Clubanlage begeistert und nutzten vor allem die Tauchschule. Da die beiden ihre eigene Tauchausrüstung mitgebracht hatten, konnten sie am zweiten Tag gleich durchstarten und mit dem Tauchteam von La Santa den ersten Tauchausflug an die Südküste der Insel machen. Doch auch für unsere aktiven Trainingslagerteilnehmerinnen gab es in der Woche zwei tolle Ausflüge. Da wir insgesamt nur 17 Personen waren, mieteten wir uns im Sportclub Autos und erkundeten die Insel nach unseren Wünschen. Der erste Ausflug führte uns gleich in den Nationalpark Timanfaya (Feuerberge), wo wir sehen konnten, dass die Vulkane Lanzarotes noch immer aktiv sind und direkt unter der Erdoberfläche sehr heiße Temperaturen herrschen. Die Fahrt mit dem Bus durch den Nationalpark hat sicher alle sehr beeindruckt. Wir hörten die Berichte von den Vulkanausbrüchen im 18en und 19en Jahrhundert, und die mondähnliche Landschaft mit ihren Kratern und Lavafelsen, die heute mehr als 10 kleine Gemeinden überdeckt, sprach für sich selbst. In Anschluss an diese Tour stoppten unsere Mietwagen an einer "Kamelhaltestelle" und fast alle Mädels ließen sich von den "Wüstenschiffen" ein Stück in die Feuerberge hinein schaukeln. Wer dazu keine Lust hatte, der betätigte sich als Fotograf und hielt dieses Ereignis für die "Reiter" im Bild oder auch im Video fest. Unser nächster Besichtigungspunkt war die Grüne Lagune von Lanzarote, die direkt am Meer gelegen ist. Sie zählt auch zu den Natursehenswürdigkeiten der Insel und ist durch einen Kratersee entstanden. Zum Abschluss des Tages fuhren wir in die Stadt Puerto del Carmen. Hier hatten die Damen Zeit zum Shopping oder auch zum Baden im Atlantik. Viele unserer Aktiven schafften es in der kurzen Zeit beides zu bewältigen: Geld auszugeben für Andenken und das Meer zu genießen. Die zweite Tour unternahmen wir in den Norden der Insel und starteten mit dem Besuch der "Fundacíon César Manrique". César Manrique war der Künstler, der die Insel mit seinen Kunst- und Bauwerken sehr geprägt hat. Unter anderem hat er sein Wohnhaus in eine Lavahöhle gebaut, und dieses kann man heute besichtigen. Im Anschluss durchwanderten wir eine Felsgrotte, die durch einen Vulkanausbruch entstanden ist. Nach einer Spritztour durch den Nordteil der Insel über schöne gewundene Straßen mit herrlicher Aussicht landeten wir wieder an einem tollen Sandstrand zum Baden. Wer jetzt denkt, die Damen wären abends nach dem Essen müde und reif fürs Bett gewesen, den kann ich eines Besseren belehren. Auch abends hat "La Santa" einiges zu bieten. Mehrmals in der Woche gibt es Shows, die von den Animateuren organisiert werden. Zweimal wird Karaoke angeboten, man kann Billard spielen oder einfach nur mit den Freundinnen unter dem klaren Sternenhimmel zusammen sitzen. Von allem wurde in unserer Gruppe Gebrauch gemacht, doch waren unsere Aktiven sehr diszipliniert und immer zu nachtschlafender Zeit in ihren Appartements. Es war eine tolle Woche für uns alle in Lanzarote. Den Schwimmerinnen hat es trotz anstrengendem Training gut gefallen, denn noch in Lanzarote wurden Wünsche geäußert und Pläne für ein ähnliches Trainingslager im kommenden Jahr gemacht. Sowohl die aktiven Schwimmerinnen wie auch wir Trainer und die begleitenden Eltern sind sich einig: spätestens im übernächsten Jahr kommen wir wieder. Und bis dahin trällern die Synchros den "La Santa Song" auf jeder Fahrt ins Training und wann immer sie glücklich an diese schöne Woche zurückdenken. Annette Gäßler
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